Der Ems-Jade-Kanal ist 72,3 km lang und verbindet die Ems bei Emden in Ostfriesland mit der Jade bei Wilhelmshaven. Zur Überwindung der Höhenunterschiede hat der Kanal sechs Schleusen, aufsteigend von der Ems bis östlich Aurich und wieder absteigend zur Jade. Zwischen den Schleusen Rahe und Wiesede ist der EJK auf einer Länge von 23 km in das Gelände eingeschnitten, entlang der übrigen Strecke verläuft er als Damm- bzw. Hochkanal. Besonders bemerkenswert ist die im Kanalbau seltene Kesselschleuse in Emden, in der sich der EJK mit dem Emder Stadtgraben und dem Fehntjer Tief kreuzt und so die Verbindung zwischen drei Wasserwegen herstellt, deren Wasserspiegel um rund 2 m differiert. Der EJK ist für Schiffe bis zu 33 m Länge, 6,20 m Breite und 1,70 m Tiefgang befahrbar. Vom EJK besteht am östlichen Stadtrand von Emden eine direkte Verbindung zum Ems-Seitenkanal. Er erspart der Kanalschifffahrt auf dem Wege emsaufwärts das Durchfahren des Emder Hafens.

Der Ems-Jade-Kanal wurde in den Jahren 1880 bis 1888 gebau. Seine Entstehung verdankt er dem Wunsche Preußens, seinen als Enklave im damaligen Großherzogtum Oldenburg gelegenen Kriegshafen Wilhelmshaven über den Wasserweg mit dem preußischen Ostfriesland zu verbinden, wozu Wilhelmshaven politisch gehörte. Die schnell wachsende Stadt an der Jade versprach auch ein guter Markt für landwirtschaftliche Produkte, Baumaterial und Torf zu werden. Nicht zuletzt bot der Kanal aber auch eine willkommene Möglichkeit, die Entwässerungsverhältnisse im höher gelegenen, inneren Teil Ostfrieslands zu verbessern, dessen Wasser der EJK aufnahm und über den Emder Hafen in die Ems und zum Teil über den Wilhelmshavener Hafen in die Jade leitete.

Der Vorläufer des Ems-Jade-Kanals war der zwischen Emden und Aurich von 1798 bis 1800 gebaute Treckschuitenfahrtskanal. Für Personen-, Tier- und Güterbeförderung wurden in den Niederlanden fünf Schuiten gekauft, die zwischen Emden und Aurich, von Pferden gezogen, fahrplanmäßig verkehrten. Auf halbem Wege, in Middelhaus, wurden die Pferde gewechselt und Erfrischungen eingenommen. Die Treidelwege waren so breit, dass sie auch von Kutschen und Landauern und für Eilnachrichten von der Reitenden benutzt werden konnten.

Heute hat der Ems-Jade-Kanal vorwiegend touristische Bedeutung. Sportschiffer mit kleineren Booten können über den EJK das Kanalnetz Ostfrieslands erreichen. Bei Marcardsmoor zweigt der Nordgeorgsfehnkanal vom EJK ab und verbindet diesen mit der Jümme, der Leda und schließlich der Ems. Über die Leda, den Elisabethfehnkanal und den Küstenkanal kann man auch nach Oldenburg und zur Weser gelangen.

Allgemeine Revierinformation:
Der Ems-Jade-Kanal (EJK) ist ein Landesgewässer und wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben.
Einen Wegweiser für Wassersportfreunde, Wanderer und Radwanderer haben die am EJK gelegenen Städte und Gemeinde gemeinsam mit dem NLWKN veröffentlicht:

Ems-Jade-Kanal - von Emden nach Wilhelmshaven heißt der informative Flyer mit Telefonnummern, Sehenswürdigkeiten und Historie - für Wassersportler ist der Flyer ein Muss! Erhältlich ist der Flyer beim Verkehrsverein Aurich (Telefon: 04941/4464) oder als Download auf der Homepage (Link s. u.)

Es gelten die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, die Sportbootführerschein-Verordnungen See und Binnen, die Verordnung über die Kennzeichnung von auf Binnenschifffahrtsstraßen verkehrenden Kleinfahrzeugen sowie die Landesverordnung über die Schifffahrt auf dem Ems-Jade-Kanal.

Die erlaubte Fahrgeschwindigkeit für Sportboote beträgt auf dem gesamten EJK acht km/h.
Die maximale Durchfahrtshöhe der festen Brücken beträgt 3,80 m bei Normalwasserstand.

Gebühren für Liegezeiten in den Schleusenvorhäfen bzw. im Auricher Hafen werden nur erhoben, wenn die Liegezeit 24 Stunden überschreitet. Sie betragen dann 38 Cent je angefangener 24 Stunden und laufendem Meter.

Das Baden im EJK und in den übrigen landeseigenen Gewässern ist verboten. Wer dennoch badet, handelt auf eigene Gefahr.

Link: www.nlwkn.niedersachsen.de/service/tipps_wassersportfreunde/emsjadekanal/der-ems-jade